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Kollektiv

Das Kollektiv »kaboom« erweckt Texte zum Leben. Die neu entstandenen Werke stehen für sich und sind eine eigene Kunstform. Man kann sie vergleichen mit der Dramatisierung von Literatur für das Theater oder mit der freien Übersetzung eines Textes in eine andere Sprache – wir schreiben eine Fassung für den Raum.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Kooperation und dem Austausch mit anderen Künstler:innen, Autor:innen und Kunstschaffenden. Die Prozesshaftigkeit von Kunst steht bei »kaboom« im Vordergrund, die Lust zu denken und Neues zu schaffen. 


Aktuelles

Sprachlosigkeit - Das laute Verstummen

 

Museum für Völkerkunde Dresden im 

Japanischen Palais Dresden 

 

16.04.2021—01.08.2021

 

 

Wie lässt sich über scheinbar Unaussprechliches sprechen?

Kollektive Traumata hinterlassen tiefe Spuren im Gedächtnis von Gemeinschaften und prägen das Fühlen, Denken und soziale Handeln der Menschen. Welt, Selbst und Stimme gehen verloren. Die poetischen Widerstandskräfte von Literatur eröffnen hier Perspektiven: Sie zeigen Sprechen als Moment der Befreiung und Weg aus der Sprachlosigkeit.

In den Ausstellungsräumen des Palais treten Objekte der Völkerkundemuseen Dresden und Leipzig, Arbeiten von Künstler*innen und Aktivist*innen sowie die Geschichte(n) des Japanischen Palais in einen Dialog. Wir haben eine Gedichtspur konzipiert, die die Ausstellung begleitet, kommentiert und befragt. Sie stellt vor allem eine emanzipatorische, globale und ,weibliche’ Perspektive in den Fokus, die verschiedenen Lebensrealitäten, Marginalisierung und Traumata literarisch Gehör verschafft. Die Texte sind so polyphon wie vielfältig und führen doch die Dringlichkeit und Unmittelbarkeit von Literatur vor Augen, die zur multiperspektivischen Betrachtung, zur gemeinsamen Spurensuche einlädt.

So entsteht ein Gewebe, in dem Räume zum Handeln und Sprechen geöffnet werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Utopie eines empathischen Gedenkens und einer Zukunft jenseits der Sprachlosigkeit. Unterschiedliche Formen und Ursachen von Sprachlosigkeit werden aus einer differenzierten und zugleich globalen Perspektive befragt: Von der Enteignung der australischen Kaurna über die Shoah und den Gewalterfahrungen der sogenannten Trostfrauen im 2. Weltkrieg bis zu den Jugoslawienkriegen. 

 

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How can we express things that seem unspeakable?

Collective traumas leave far-reaching traces in the memory of communities and shape people‘s feelings, thoughts, and social behavior. Everything is lost: world, self, and voice. This is where the poetic powers of resistance of literature open up perspectives: they reveal speaking as a moment of liberation and a way out of speechlessness.

In the exhibition spaces of the Palais, objects from the ethnological museums in Dresden and Leipzig enter into dialogue with works by artists and activists. We created a poetic trail that accompanies, questions and comments on the exhibition. Above all, it focuses on an emancipatory, global and 'female' perspective that gives a literary voice to different realities of life, marginalisation and trauma. The texts are as polyphonic as they are diverse, and yet they demonstrate the urgency and immediacy of literature, which invites a multi-perspectival observation and a common search for traces.

As a result, a network is created in which spaces are opened up for action and speech. Central to this is the utopia of empathetic remembrance and a future that transcends speechlessness. Different forms and causes of speechlessness are examined from a differentiated yet global perspective: from the expropriation of the Australian Kaurna to the Shoah and the experiences of abuse of the so-called comfort women in the Second World War to the Yugoslavian wars.

 

 

 

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Work






Kontakt

 

Kollektiv »kaboom«

 

M.A. Angewandte Literaturwissenschaft Carolin Schmidt 

Dipl. Ing. Architektur / M.A. Bühnenbild_Szenischer Raum Margaret Schlenkrich

 

Mail      kaboom@freethetext.de

Mobil    +49 176 31654311