Look at my lines


Fotographie für den Themenwettbewerb FASHION der Galerie Störpunkt, München


Idee, Konzept & Umsetzung: Kollektiv »kaboom«

Photographin: Claudia Katzmarski 

Gedicht: Lydia Daher 


Ausgehend von dem Text „look at my lines, / tender enough/ to crush themselves“ der Dichterin Lydia Daher ist ein Bild entstanden, welches mit den Gegensätzen von Intimität und Exponiertheit spielt. 

Die titelgebenden Gedichtzeilen sind auf das weiße T-Shirt des Models gedruckt. Die zarte Figur und die nackte Haut ihrer Beine verstärken das Gefühl von Zerbrechlichkeit, das sich in den Zeilen widerspiegelt. In einem krassen Kontrast zu dieser Fragilität steht der Moment des Voyeurismus, der sich zwangsläufig durch das Betrachten der Szene ergibt. 

T-Shirts mit Aufdruck sind schon lange en vouge. Unlängst haben es auch T-Shirts mit politischen Statements zum Trendsetter geschafft, man denke etwa an Diors T-Shirt mit dem Aufdruck „We should all be Feminists“ oder Stella McCartneys T-Shirt mit dem Print „No Leather and No Fur“. Wir greifen diese Ästhetik auf, feiern sie und führen sie zugleich vor – Fashion ist Inspiration und Antagonist.

„look at my lines“ liest sich wie eine Kampfansage an die Fashion-Community und an die Kunstwel, die sich ergötzen an der Selbstinszenierung und Selbstzerstörung ihrer Akteur:innen. Aber wer nutzt hier wen aus?